Pflegeversicherung – Kein Boden unter den Füßen
Der Beitrag zur Pflegeversicherung wurde 2025 erneut angehoben – und die Kosten steigen munter weiter.
Wer in Deutschland arbeitet
Etwa 54,5 Prozent der Bevölkerung sind erwerbstätig, 42 Prozent nicht – vor allem natürlich Kinder und Rentner,
3,5 Prozent sind arbeitslos gemeldet
Vereinfachte überschlägige Darstellung nach eigenen Berechnungen; Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit
In keinem anderen Zweig der Sozialkassen hat sich die Schieflage so verschlimmert wie in der Pflegeversicherung. Seit Anfang 2025 sind dafür im Schnitt bereits 3,6 Prozent des beitragspflichtigen Entgelts fällig. Bei einem Brutto von 4.000 Euro macht das jeden Monat 72 Euro für einen Arbeitnehmer mit einem Kind.
Den gleichen Betrag muss auch der Arbeitgeber an die Pflegekasse löhnen. Im Jahr 2002 war der durchschnittliche Beitragssatz mit 1,7 Prozent nicht einmal halb so hoch. Ohne Reform ist diese Entwicklung nur ein schlechter Vorgeschmack auf kommende Zeiten.
Ausgaben haben sich mehr als verdreifacht
Kostentreiber war insbesondere der erhebliche Anstieg der Ausgaben für Pflegegeld. Alles in allem wuchsen die Ausgaben der Pflegeversicherung von unter 17 Milliarden Euro zu Beginn des Jahrtausends auf rund 60 Milliarden Euro. Kein Wunder: Die Zahl der offiziell pflegebedürftigen Personen hat stark zugenommen (auch wegen großzügigerer Regelungen seit 2017), auf fast sechs Millionen Menschen. Und ihre Zahl wird weiter deutlich steigen.
2024 verbuchte die Pflegekasse bereits ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro. 2026 dürfte der Fehlbetrag 3,5 Milliarden Euro erreichen, so erwartet es die Kranken- und Pflegekasse DAK. Trotz der rekordhohen Beiträge – und obwohl die Eigenanteile spürbar gestiegen sind, die die rund 800.000 Heimbewohner etwa zu den Investitionskosten der Pflegeeinrichtungen beitragen müssen.
Obendrein verschärfen sich die Engpässe beim Pflegepersonal. Laut Statistischem Bundesamt wächst die Lücke zwischen benötigten und verfügbaren Pflegekräften auf längere Sicht um zumindest 280.000 Köpfe.
Klar ist: Damit die Pflegeversicherung dauerhaft leistungsfähig und finanzierbar bleibt, muss sie umfassend reformiert werden – auf Finanzierungs- wie auf Leistungsseite. Die Bund-Länder-Kommission »Zukunftspakt Pflege« soll noch 2025 Vorschläge für entsprechende Reformen machen.