»Die Fähigkeiten, die ich in der SIA erlernt habe, waren äußerst nützlich.«
Dr.-Ing. Clemens Jonscher ist ein ehemaliger SIA-Absolvent und jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Statik und Dynamik an der Leibniz Universität Hannover.
Tragende Rolle: Dr. Clemens Jonscher ist hier neben dem Teilstück einer Offshore-Tragstruktur (Jacket) von einer Windenergieanlage zu sehen, ein sogenannter Knoten. Dieser wird an der Leibniz Universität Hannover im Testzentrum Tragstrukturen getestet.
Foto: Clemens Jonscher
Als Schüler der IGS Franzsches Feld besuchte er im Jahr 2009 bis 2010 die Akademie für Schülerinnen und Schüler rund um die Ingenieurswissenschaften SIA in Brauschweig. Nach Besuchen in der Ausbildungswerkstatt von Siemens Mobility, sowie die Technische Universität Braunschweig, nahm er ein Maschinenbaustudium in Kassel auf. Heute forscht er an der Leibniz Universität Hannover zur Struktur-überwachung und Betriebsoptimierung von Windenergieanlagen.
Herr Dr.-Ing. Jonscher, was haben Sie vor rund 16 Jahren in der SIA gebaut?
Vor rund 16 Jahren haben wir bei Siemens eine Datenübertragungseinheit mittels Glasfaser für Lautsprecher gebaut. Dabei haben wir sowohl die theoretischen Grundlagen erlernt als auch praktisch das Löten von elektronischen Bauteilen. Für meine Forschungsarbeiten konnte ich selbst elektrische Komponenten konzipieren und zusammenlöten. Die Fähigkeiten, die ich in der SIA erlernt habe, waren dabei äußerst nützlich.
Welche Station der SIA ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben (und warum)?
Obwohl es schon eine ganze Weile her ist, sind mir einige Stationen der SIA noch lebhaft in Erinnerung. Neben der Zeit bei Siemens fand ich es besonders spannend, in verschiedene Institute der TU Braunschweig reinschnuppern zu können. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die Erfahrungen mit moderner Steuerungstechnologie – wie die Möglichkeit, ein Auto mit einem Joystick zu steuern, und ein Zug mit einem Zugsimulator zu steuern.
Was hat Ihnen die Teilnahme an der SIA fachlich und persönlich gebracht?
Die SIA hat mir fachlich wertvolle Einblicke geboten und gezeigt, wie facettenreich der Ingenieurberuf ist. Im späteren Studium hat es mir geholfen zu wissen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institute zwar Experten sind, aber auch Menschen, die für ihr Fachgebiet brennen.
Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Forschungsbereich gekommen?
Mein Bestreben, zur Energiewende beizutragen, führte mich zu meinem Forschungsbereich. Während meines Masters entdeckte ich durch Zufall Vorlesungen zur Zustandsüberwachung von Bauwerken. Aufgrund der dezentralen Energiegewinnung ist es von entscheidender Bedeutung, dass Windenergieanlagen eigenständig ihren Gesundheitszustand ermitteln können, um ihre Effizienz und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Dieses Thema hat mich besonders fasziniert. Wieder durch Zufall fand ich die passende Stellenausschreibung an der Leibniz Universität Hannover, die mir ermöglicht, genau in diesem Bereich zu forschen.
Was raten Sie jungen Menschen in der Phase der beruflichen Orientierung?
Aus meinem Lebensweg kann ich sagen, dass Neugier und der Mut, Entscheidungen zu treffen, mir sehr geholfen haben. Auch wenn Entscheidungen oft groß erscheinen, habe ich gelernt, dass der Lebensweg viele Abzweigungen zulässt. Unerwartete Gelegenheiten können dabei ungemein wertvoll sein. Diese Offenheit hat mir wertvolle Erfahrungen und neue Chancen eröffnet.
Gut kombiniert: Theorie und Praxis
Die Akademie für Schülerinnen und Schüler rund um die Ingenieurswissenschaften (SIA), initiiert durch die Stiftung NiedersachsenMetall, ermöglicht einen vertieften Einblick in das Studium und die Tätigkeiten von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Zwei Semester lang besuchen sie Vorlesungen und setzen in einem Betrieb das Gelernte praktisch um. Die SIA wird in Hannover, Braunschweig, Wolfenbüttel und Göttingen angeboten.