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Viel Landschaft,
kaum Profil
Als Reiseziel ist Niedersachsen beliebt, als Wirtschaftsregion jedoch unterschätzt. Eine repräsentative Umfrage zeigt nun, warum Niedersachsen im Standortwettbewerb sichtbarer werden muss.
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Harz, Heide und die Nordsee – daran denken die meisten Menschen, wenn sie Niedersachsen hören. Das ist nicht schlimm, Niedersachsen hat als Urlaubs- und Freizeitregion auch viel zu bieten. Als Wirtschafts- und Industriestandort bleibt das Bundesland in der öffentlichen Wahrnehmung dagegen erstaunlich blass. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, die der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall in Auftrag gegeben hat.
Nur neun Prozent der Bundesbürger außerhalb Niedersachsens geben an, eine konkrete Vorstellung vom Land zu haben. Jeder Dritte beschreibt sein Wissen sogar als gering oder sehr gering. Vor allem jüngere Menschen unter 30 Jahren tun sich schwer, Niedersachsen klar einzuordnen. Mehr als 40 Prozent von ihnen haben kaum ein Bild vom Bundesland.
»Für einen Industriestandort, der im Wettbewerb um Fachkräfte, Investitionen und Innovationen steht, muss das ein Weckruf sein«, sagt NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt. »Wer nicht wahrgenommen wird, findet auch nicht statt.«
»Wer nicht wahrgenommen wird, findet auch nicht statt.«
Dr. Volker Schmidt
Auch bei der Bewertung der wirtschaftlichen Stärke schneidet Niedersachsen nur mittelmäßig ab. Im bundesweiten Vergleich liegt das Land deutlich hinter Bayern und Baden-Württemberg zurück. Zumindest Volkswagen wird mit dem Land assoziiert, sogar stärker als noch vor zwei Jahren. Aber die Vielfalt der niedersächsischen Industrie, ihre Innovationskraft und ihre Bedeutung im internationalen Standortwettbewerb werden kaum wahrgenommen. Bemerkenswert dabei ist, dass selbst die eigene Bevölkerung die Wirtschaftskraft Niedersachsens nicht positiver einschätzt als der Rest der Republik. Nur gut ein Viertel der Befragten hält das Land für wirtschaftlich besonders stark. »Das ist ein Warnsignal«, so Schmidt. »Nicht einmal die eigene Bevölkerung nimmt Niedersachsen als starken Wirtschaftsstandort wahr.«
Nicht sehr einladend: So warb das Land zuletzt für einen Besuch in Niedersachsen.
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Land und Leute: Viele verbinden Niedersachsen mit Landwirtschaft, den Harz hingegen eher nich ▼
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Zwar wissen viele, dass Niedersachsen eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielt und über eine leistungsfähige Industrie verfügt, doch Attribute wie Innovation, Modernität und Zukunftsfähigkeit werden dem Land nur selten zugeschrieben. Nur rund jeder Fünfte verbindet Niedersachsen mit Innovationen, noch weniger mit einem modernen Wirtschaftsstandort. Auch Zweifel an der Qualität des Bildungssystems und an der Sicherheit von Arbeitsplätzen prägen das Bild.
Aus Sicht von Hauptgeschäftsführer Schmidt ein klares Signal, dass die niedersächsische Landesregierung dringend etwas für das Image des Landes tun muss. Einen ersten Ansatz gibt es zumindest schon, die Regierung hat zu Jahresbeginn beschlossen, zehn Millionen Euro für eine neue Image-Kampagne auszugeben. Die Agentur Scholz & Friends hat den Zuschlag bekommen, eine Kampagne zu entwerfen. Dann dürfte sich auch der bisherige Slogan »Niedersachsen. Klar« ändern.
Mit einem Augenzwinkern: Diese Kampagne entwickelte das Land nach der Jahrtausendwende.
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Für Schmidt ein längst überfälliger Schritt. »Niedersachsen. Klar« habe dem Land in der Außendarstellung bislang wenig Profil verliehen, kritisiert er. Stattdessen brauche es eine professionelle, faktenbasierte Image- und Standortkampagne, die Ergebnisse der Allensbach-Umfrage sollen diesen Prozess unterstützen. »Unsere Umfrage zeigt deutlich, wo Niedersachsen steht und wo es sichtbarer, selbstbewusster und lauter werden muss.«