Der Arbeits-
weltenbummler
Seit sieben Jahren begrüßt Volker Pandow die Gäste am Empfang im Haus der Industrie. Doch sein Berufsleben hatte schon viele Stationen.
Foto: Axel Herzig
Volker Pandow kann auf ein bewegtes Berufsleben zurückblicken. Bevor er für den Empfang im Haus der Industrie zuständig wurde, war er unter anderem als Rettungssanitäter im Einsatz, leitete zwei Burger-King-Filialen, empfing Gäste im Mercure-Hotel und war im Wach- und Objektschutz tätig. Sein Traumberuf war allerdings der Krankenpfleger. »Ich wollte schon immer was mit Menschen machen«, sagt er.
Veränderung gehört zum Leben des heute 62-Jährigen. Geboren in Stade, verbrachte er seine Kindheit und Jugend in Mannheim, Wolfsburg und der Region Hannover. Und eine Zeitlang sah es so aus, als würde sich sein Berufswunsch erfüllen. Im Gehrdener Krankenhaus begann er eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Doch schon ein paar Monate später musste er aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. »Und so bin ich beim Rettungsdienst gelandet.« Später zog es ihn nach Nürnberg, vor allem wegen der Aussicht, hier einen zweiten Anlauf für seinen Traumberuf nehmen zu können. »Vor Ort musste ich erst einmal Geld verdienen und habe den ersten Job genommen, der mir begegnet ist.« Es war eine Anstellung bei Burger King.
Dort gefiel es ihm allerdings so gut, dass er sich innerhalb eines Jahres zum Filialleiter hocharbeitete. »Damals war eine Ausbildung zum Systemgastronom noch keine Voraussetzung.« Eine Weile lebte er faktisch für seine Arbeit, kam auf rund 320 Stunden pro Monat. Und die forderten schließlich ihren Tribut. »Den Begriff Burnout gab es damals noch nicht, da galt ich nur als faul. Aber zum Schluss habe ich kaum noch etwas auf die Reihe gekriegt.« Er verlor die Arbeit, fiel innerlich in ein Loch. »Zum Glück hatte ich in dieser Zeit sehr gute Freunde, die für mich da waren und mir geholfen haben.«
»Den Begriff Burnout gab es damals noch nicht, da galt ich nur als faul.«
Volker Pandow
Über das Arbeitsamt kam er in eine Ausbildung zum Restaurantfachmann, doch das lag ihm nicht und er wechselte in die Hotellerie. So kam er an den Empfang des Mercure-Hotels und des Hotel Scirocco in Baunatal. »Ich war während meiner Ausbildungszeit auch ein paar Monate in der Buchhaltung, aber das gefiel mir nicht. Ich brauche den Kontakt mit Menschen.« Und die sind Kern seiner jetzigen Arbeit am Empfang im Haus der Industrie. In diese Position wechselte er vor sieben Jahren, nachdem er auf der IdeenExpo Verbandschef Dr. Volker Schmidt kennengelernt hatte. Pandow arbeitete zu der Zeit als Security-Mitarbeiter, suchte aber eine neue Aufgabe. »Ich mache Jobs nur so lange, wie sie mir Spaß machen. Für mich gibt es einfach nichts Schlimmeres, als morgens aufzuwachen und zu denken: ›Jetzt musst du schon wieder in diesen Laden!‹«
Im Haus der Industrie treibt ihn jedoch nichts weg. »Ich mag die Menschen, die hier arbeiten, und habe relativ freie Hand, natürlich im Rahmen gewisser Grenzen.« Zu seinen Hauptaufgaben gehören das Empfangen von Besuchern, die Betreuung von allgemeinen Anfragen per Telefon und Mail und die Entgegennahme der Post. Am meisten Spaß machen ihm jedoch die Veranstaltungen. »Da treffe ich oft Menschen, die ich sonst nur vom Telefon kenne.« Und der persönliche Kontakt mache einen großen Unterschied: »Am Telefon sind viele immer ein bisschen steif. Nicht so locker wie in einem ungezwungenen Gespräch bei einer Netzwerkveranstaltung.«
Nach Feierabend wechselt Pandow gern an den heimischen Computer. »Ich bin ein begeisterter Gamer«. Und wenn Zeit und Wetter es zulassen, zieht er mit dem Kanu los. Nach einem Urlaub auf der Weser hat er sich dieses Jahr die Mecklenburgische Seenplatte vorgenommen. Ein bisschen Veränderung muss ja sein.